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5
Jun
2012

Bündnis 90/Die Grünen wollen soziale Verwandtschaft rechtlich stärken

Immer mehr Kinder wachsen in Familien auf, in denen Erwachsenen, die nicht mit ihnen verwandt sind, Verantwortung für sie übernehmen. Rechtlich werden soziale Eltern-Kind-Beziehungen allerdings kaum berücksichtigt.

Familienvielfalt braucht rechtlichen Schutz - Foto: © Robert MacAusland - istockphoto.com

Die Grüne Bundestagsfraktion hat deshalb ein Positionspapier vorgelegt, in dem sie die Einrichtung eines neuen Instituts vorschlägt, das die Beziehungen von Kinder zu ihren sozialen Eltern  schützt und Alltagsprobleme beseitigt. Kern des Konzeptes ist es, dass Eltern bis zu zwei weiteren Personen „elterliche Mitverantwortung“ übertragen können und damit weitreichende Mitentscheidungskompetenzen. Damit verbunden sein sollen auch weitergehende Rechte und Pflichten, wie eine Umgangspflicht, ein Zeugnisverweigerungsrecht und Unterhalts-, Erbschafts- und Steuervorschriften.

Ziele der elterlichen Mitverantwortung sind:

  • Absicherung und Verstetigung der Beziehungen von in Patchwork-Familien lebenden Kindern und deren sozialen Eltern;
  • rechtliche Würdigung der unabhängig von der verwandtschaftlichen Beziehung tatsächlich übernommenen, sozialen Verantwortung für ein Kind;
  • Vermeidung von aus rechtlicher Unsicherheit resultierenden Alltagsproblemen.

Die Grünen legen damit ein Konzept vor, das de facto die Möglichkeit einer Mehrelternschaft eröffnet und die immer häufiger gelebte soziale Verwandtschaft rechtlich absichert. Ein sehr interessante Perspektive für Regenbogenfamilien, die rechtliche Sicherheit nicht durch eine Stiefkindadoption erreichen können oder wollen.

Das Positionspapier “Mitverantwortung sozialer Eltern stärken” könnt Ihr hier als pdf-Datei herunterladen.
Reaktionen auf die Initiative könnt Ihr in der taz  und in der Welt nachlesen.

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