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Forderungen

Ziel unserer Bemühungen ist es, Vorurteile abzubauen, Diskriminierungen zu verhindern und so Regenbogenfamilien als eine unter vielen Familienformen zu etablieren. Damit Regenbogenfamilien in Zukunft ein selbstverständlicher Teil unserer Gesellschaft werden können, braucht es neben rechtlichen Anpassungen vor allem auch eine offensive Politik und Pädagogik der Inklusion. Da unsere Gesellschaft immer vielfältiger wird, sich die Lebensentwürfe ausdifferenzieren, müssen Kinder möglichst früh positiv angeleitet Kontakt mit Menschen erleben, die einen anderen sozialen, kulturellen oder religiösen Hintergrund haben oder eine andere sexuelle Orientierung leben.

Im Einzelnen fordern wird auf unserem Weg in eine anerkannte Normalität in der Vielfalt:

Recht:

  • steuerliche Vergünstigungen und finanzielle Unterstützung für alle Familien, in denen Kinder leben – unabhängig von Ehe und Lebensform.
  • eine klare abstammungsrechtliche Regelung für Kinder, die in eine homosexuelle Beziehung hineingeboren werden: Sie müssen mit der Geburt als Kind dieses Paares anerkannt werden. Die Stiefkindadoption ist als Mittel zur rechtlichen Absicherung ungenügend, weil das Verfahren für einen anderen Fall festgelegt wurde. Die Regelung im Abstammungsrecht ist analog zur bestehenden Regelung für Ehepaare anzupassen, nach der der Ehemann automatisch rechtlicher Vater des Kindes der Ehefrau wird, auch wenn dieses mit Hilfe einer Spermienspende gezeugt wurde.
  • die Möglichkeit der Ausweitung der elterlichen Sorge auf mehr als zwei Personen, um auch Mehreltern-Familien rechtlich abzusichern.
  • den Zugang von Lesben zur Insemination. Die bisherigen Regelungen sind schwammig und führen unterm Strich dazu, dass Ärzte aus Unsicherheit lesbischen Paaren und alleinstehenden Frauen die assistierte Reproduktion verweigern. Dieselbe rechtliche Unklarheit herrscht bei Samenbanken.
  • wirksame gleichgeschlechtliche binationale Eheschließung, ohne dass es auf das jeweilige Heimatrecht ausländischer Verlobter ankommt.

 Politik/Gesellschaft/Behörden:

  • eine aktive und durchdachte Politik zum Abbau von Diskriminierungen von Regenbogenfamilien. Dazu gehören konkrete Aktionspläne vor Ort, die Selbsthilfeorganisationen – und einrichtungen einbeziehen, ebenso wie bundesweite Aufklärungskampagnen.
  • Überarbeitung und Anpassung des Unterrichtsmaterials. Nur wenn Diversität auch in Kindergarten und Schule eine Rolle spielt, können Kinder lernen, damit positiv umzugehen.
  • verstärkte Berücksichtigung der Themen Diversität und Inklusion in der Ausbildung von Erzieher/-innen, Lehrer/-innen und anderem pädagogischen Fachpersonal.
  • den Abbau der Diskriminierung von Regenbogenfamilien in Behörden und Ämtern. Dazu müssen Formulare überarbeitet und Mitarbeiter/-innen geschult werden.
  • die ergebnisoffene und unvoreingenommene Prüfung von Lesben, Schwulen und Transgender, die ein Kind adoptieren oder in Pflege nehmen möchten.

Ein Projekt von:

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gefördert von:

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