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Gynäkolog_innen

Die gesetzlichen Lage bei einer Befruchtung mit Spendersamen ist in Deutschland unübersichtlich. Die Insemination zu Hause ist rechtlich unproblematisch. Wenn Ihr aber ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen wollt, wird es komplizierter. Neben den gesetzlichen Bestimmungen greift die Ärztekammer mit ihren Richtlinien zur Durchführung von fortpflanzungsmedizinischen Behandlungen berufsrechtlich ein.

Die meisten Landesärztekammern schweigen

Strafbar könnten medizinische Maßnahmen sein, die als sittenwidrig eingestuft werden. Darüber gibt es jedoch kein Einvernehmen. Die Regelungen der jeweiligen Landesärztekammern sind unterschiedlich: Ausdrücklich erlaubt ist die assistierte Reproduktion bei Lebenspartnerinnen nur in den Richtlinien der Berliner und Hamburger Ärzteschaft. In den Regeln der anderen Landesärztekammern werden nur Ehepaare und „festgefügte“ heterosexuelle Paare erwähnt – lesbische Paare kommen nicht vor.

Verbot verstößt gegen Grundrechte

Zu den eigentlichen Regelungen gibt es Kommentare, die bei der Auslegung helfen sollen. Diese sind aber nicht bindend. In den Kommentaren wird die assistierte Reproduktion bei Frauen ausgeschlossen, die in keiner oder in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft leben. Der LSVD geht gegen diese Auslegung vor. Er weist darauf hin, dass ein Verbot der assistierten Reproduktion bei Lebenspartnerinnen gegen das Grundrecht der Berufsfreiheit der Ärzte (Art. 12 Abs. 1 GG) und gegen das Grundrecht der Lebenspartnerinnen auf Gleichbehandlung (Art. 3 Abs. 1 GG) verstößt.

Vor Ort erkundigen

Konkret bedeutet das, dass Ihr Euch vor Ort – am besten in der Szene oder in Beratungsstellen – erkundigen müsst, wie einzelne Ärzte und Ärztinnen die Regelungen auslegen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass Ihr ärztliche Unterstützung bei Eurem Familienprojekt erhaltet.

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